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Schulzentrum Deegfeld setzt auf Erneuerbare Energien
(vom 19.05.2011)
Im Rahmen der Modernisierung wurde ein Biogas-Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen
fDie Schüler und Lehrer werden es kaum merken, aber zu schätzen wissen: Umweltfreundliche und energiesparende Technik sorgt künftig für Licht und Wärme. Das neue Biogas-Blockheizkraftwerk (BHKW) wurde von Hochbauamtsleiter Thimo Weitemeier, Landwirt Henning Lindschulte und nvb-Geschäftsführer Dr. Michael Angrick im Schulzentrum Deegfeld nun offiziell in Betrieb genommen.
Dies ist ein weiterer Meilenstein der energetischen Sanierung des Schulzentrums. „Das Blockheizkraftwerk setzt Energie effizient ein, weil es durch Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt", sagte Angrick und fügte hinzu: „Der Clou der Technik liegt in der Nutzung der Abwärme. Sie versorgt, sozusagen „nebenbei", die Haupt- und Realschule, die Sporthalle, das Lehrschwimmbecken und die Mensa umweltfreundlich mit Wärme und Warmwasser."
Das neue BHKW hat eine Leistung von 190 kW elektrisch und 218 kW thermisch. Der Motor läuft mindestens 8.000 Stunden im Jahr und erzeugt 1.500 MWh Strom sowie 1.200 MWh Nutzwärme. Mit diesen Mengen könnten rund 380 Haushalte pro Jahr mit Strom und 60 Haushalte pro Jahr mit Wärme versorgt werden.
Die Grundlast im Bereich Heizung und Warmwasser wird zukünftig vom BHKW abgedeckt. Bei hohem Wärmebedarf in der kalten Jahreszeit springen zusätzlich zwei neue Erdgas-Brennwert-Heizkessel ein, um die Spitzenlast abzudecken. In Zahlen ausgedrückt: etwa 85 Prozent der Wärme erzeugt das BHKW und 15 Prozent liefern die Gaskessel.
Angetrieben wird das Blockheizkraftwerk mit Biogas. Dieses wird in der Biogasanlage des Landwirts Lindschulte erzeugt und über eine 1,3 km lange Leitung zum Schulzentrum transportiert.
„Die Investition in ein BHKW ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll", so Hochbauamtsleiter Thimo Weitemeier. „Wir schonen die Umwelt, verbessern den Klimaschutz und profitieren von einem günstigen Wärmepreis." Die Schule nimmt die in dem BHKW erzeugte Wärme ab. Der erzeugte Strom wird in das vorgelagerte städtische Stromnetz eingespeist und im Nordhorner Stadtgebiet verbraucht.
Der Einsatz des BHKW ist nur ein Punkt bei der energetischen Modernisierung des Schulzentrums Deegfeld. Parallel werden alte Fenster und Türen ausgetauscht sowie Dämmmaßnahmen durchgeführt. „Durch diese Maßnahmen können wir bereits 61% der Energie im Schulgebäude einsparen. Das macht sich schon jetzt deutlich bemerkbar", freute sich Weitemeier. „Am Ende soll ein „Plus" stehen, denn die Schule ist als Plushaus konzipiert, das heißt: es wird mehr Energie produziert als verbraucht wird. Wie viel Plus das sein wird erfahren wir nach den ersten Messungen in den nächsten Monaten."
Überall dort, wo kontinuierlich Strom und Wärme gebraucht werden, bietet ein Blockheizkraftwerk messbare Vorteile. Im Vergleich zur ungekoppelten Produktion von Strom und Wärme spart das BHKW etwa 38 Prozent der eingesetzten Primärenergie und 30-50 Prozent des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ein.
In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Etwa 912 Tonnen CO2 werden pro Jahr eingespart. Zum Vergleich: ein modernes Einfamilienhaus emittiert etwa sechs Tonnen CO2 pro Jahr und ein normaler Pkw etwa drei Tonnen CO2 jährlich.
Strom wird aber nicht nur vom BHKW produziert, sondern kommt quasi auch „direkt vom Dach". Die nvb hat auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert, die auf einer Dachfläche von 3.000 qm ebenfalls treibhausneutral Strom produziert. Mit einer Leistung von 120 kWpeak erzeugt die PV-Anlage etwa 102.000 kWh Strom. Addiert man die CO2-Einsparung der PV-Anlage - etwa 70 Tonnen - mit der Einsparung des BHKW so werden insgesamt über 980 Tonnen des klimaschädlichen Gases im Schulzentrum Deegfeld eingespart.